Das Val Venegia ist eines der repräsentativsten Beispiele für die ländliche Almenlandschaft der Dolomiten. Überragt von den spektakulären Felswänden der Pale di San Martino erstrecken sich weite Weideflächen, die seit Jahrhunderten traditionell bewirtschaftet werden und eine überaus artenreiche Flora aufweisen.

Das Tal weist alle wichtigen Elemente der typische Kulturlandschaft der Dolomiten auf: sanft gewellte, mit grünen Weiden bedeckte Almen, von Nadelwäldern bedeckte Hänge, weite, von Pioniervegetation durchsetzte Schuttmäntel und imposante kahle Felswände.

Aufgrund der großen Ausdehnung der Weideflächen präsentiert sich das Tal in seiner ganzen Schönheit und bietet zudem einen herrlichen Ausblick auf den gesamten nördlichen Sektor der Pale, vom Mulaz bis zum Cimon della Pala.

In diesem Sektor dominiert die große ladinisch-karnische Karbonat-Plattform, die durch die Einwirkung von Erosionsprozessen wieder zum Vorschein gekommen ist, in deren Verlauf das weiche Beckengestein sowie die vulkanischen und terrigenen Schichten, die sie bedeckten, ausgehoben wurden. Die schwindelerregenden Dolomitenwände, die diese Gebirgsmassive seitlich begrenzen, sind die uralten unterseeischen Hänge der einstigen Insel, während die ausgedehnten Gipfelplateaus einst von flachen Lagunen bedeckt waren, die im Inneren der Insel entstanden sind.